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Stadtteile in Singapur

Singapur ist eine Stadt, die sich ständig in Transformation befindet: Durch Landgewinnung wächst die Fläche des Stadtstaates, während zugleich ältere Bauwerke modernen Baukomplexen Platz machen müssen. Und trotzdem gibt es noch immer Stadtviertel, die so ein charakteristisches Gesicht haben, dass sie unverwechselbar und auf ihre Art typisch für Singapur sind. Genau diese Viertel sind es, die wir Ihnen nun ein wenig näher vorstellen möchten.

Die meisten Besucher verbringen nur wenige Tage in Singapur und befinden sich auf dem Weg in andere asiatische Staaten oder nach Australien. Da ihnen nicht viel Zeit zum Erkunden bleibt, bewegen sie sich vorzugsweise im Stadtzentrum, dem

Central Business District (CBD)

mit

seinen unzähligen glänzenden Bürotürmen, das Zentrum der Macht im heutigen Singapur. Hier finden sie alles, was das Shopping-Herz begehrt – und das sogar in Laufweite ihrer Hotels. Die beliebtesten Unterkünfte liegen nämlich in der

Orchard Road

, die zugleich die berühmteste und größte Shopping-Meile der Stadt ist. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt: Ein Shopping-Zentrum reiht sich an das nächste, internationale Marken sind hier ebenso vertreten wie lokale Designer, Wellness-Einrichtungen ebenso wie Kunst-Galerien und natürlich Food Courts. Gemeinsames Essen ist eine Leidenschaft der Singapurer und so kommt es, dass ganze Etagen der riesigen Konsumtempel nur dem Essen gewidmet sind.

Little India in Singapur

Little India in Singapur ©TK

Das Büro- und Finanzviertel wird auf der einen Seite vom Singapore River begrenzt, an dessen Riverside man (gehoben) essen und ausgehen kann. Auf der anderen Seite grenzt

Chinatown

an, einer der Hauptanziehungspunkte für alle Singapur-Reisenden. War Chinatown ursprünglich das Viertel der chinesischen Einwanderer, die in diesem Bezirk schliefen und arbeiteten, ist die Bezeichnung heute ein Synonym für ein Shopping- und Ausgehviertel mit chinesischem Touch. Oder anders ausgedrückt: Zwischen Tempeln und Parks, in denen man seine Singvögel spazieren führt, trifft man dort auf Shopping-Center und kleine Spezialitätengeschäfte, auf Restaurants, Straßenstände und östlich der South Bridge Road auch auf zahlreiche Bars und Clubs. Unser Tipp: Der People’s Park Complex, wo sich Stände mit asiatischen Kräutern und Heilmitteln, Gesundheitszubehör und Wellness-Behandlungen endlos aneinander reihen.

Eine ganz eigene Welt ist neben Chinatown auch

Little India

: Kaum verlässt man die MRT-Station Little India, ist man mittendrin im bunten Trubel, der Duft von Jasmin, Gewürzen und Räucherstäbchen steigt in die Nase und vom fast schon sterilen Singapur ist praktisch nichts mehr zu sehen. Little India ist für seine zahlreichen Straßenmärkte, Obst- und Gemüseläden bekannt, seine Goldschmiede und Stoffhändler, seine zahlreichen Essensstände, beeindruckenden Tempel, die hübschen alten Shophouses und die etwas chaotischen Zustände, die hier schon im Alltag herrschen. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken: Die zahlreichen Tempel sind so abwechslungsreich und lebendig wie die engen Straßen und Gassen und gerade in diesem Stadtviertel Singapurs kann man leicht gute Stoffe und günstige Kleidung finden. Übrigens liegen auch einige sehr nette Boutique-Hotels in diesem Teil der Stadt: Sie verfügen zwar nicht über die pompösen Eingangshallen der Luxus-Hotelkomplexe in Downtown, sind aber in liebevoll restaurierten Shophouses zu finden, relativ günstig und liegen zentral. Zu Little India zählt man oftmals auch das Viertel

Kampong Glam/Bugis

mit der



Arab Street

. Unter Touristen ist die Gegend auch als das „arabische Viertel“ bekannt: Hier findet man einige sehr hübsche Moscheen wie die Sultan Mosque, die mit ihren goldenen Kuppeln die pastellfarbenen, liebevoll restaurierten Shophouses überragt. Auch hier gibt es viele gute Stoffe und günstige Kleidung, oftmals auch typisch muslimische Kleidungsstücke und sehr gute Schneider. Endgültig in Arabien wähnt man sich, wenn Goldschmied und Teppichhändler bei einem Tee oder Kaffee um die Gunst ihrer Gäste feilschen, schwere Parfums die Luft versüßen und man im Café nebenan eine Shisha raucht. Unser Tipp: Seit einigen Jahren entwickelt sich in der Haji Lane nahe der Arab Street eine ganz eigene Szene mit ausgefallenen Shops, Plattenläden und Cafés.

Ein ganz anderes Bild bietet sich im

Colonial District

: Hier trifft man auf koloniale Bauwerke, alte Parks und Zeugnisse der britischen Herrschaft im Allgemeinen – der Colonial District erzählt von der sehr britischen Vergangenheit der Stadt. Und so wundert es auch nicht, dass man hier auf Institutionen wie das Raffles Hotel, das alte Parlament, die City Hall und das Singapore Art Museum trifft. Der Flussabschnitt, der den Colonial District vom CBD trennt, wird als

The Quays

bezeichnet. Genau genommen handelt es sich dabei um drei Quays: Am Robertson Quay wurden einst Güter eingelagert, heute geht es in den schicken Bars, Clubs und Restaurants in den alten Lagerhallen direkt am Wasser relativ ruhig und unaufdringlich zu. Clarke und Boat Quay sind bekannt für kulinarische Vielfalt, ein vielfältiges Nachtleben und grandiose Shopping-Möglichkeiten. Der Boat Quay ist dem Hafen am nächsten und praktisch eine einzige Unterhaltungs- und Shoppingmeile. Zahlreiche Restaurants reihen sich hier am Wasser aneinander. Auch der Clarke Quay ist unter Partygängern und Gourmets beliebt. Von den anderen Quays unterscheidet ihn sein einzigartiges, sehr farbenfrohes Design – die verrücktesten Singapurer Künstler durften sich hier austoben.

Ebenfalls vor allem ums Vergnügen geht es auf der Insel

Sentosa

, die gemeinhin als Stadtviertel von Singapur zählt. Das beliebteste Naherholungsgebiet der Singapurer gleicht einem tropischen Disneyland: Freizeitparks, Resorts, Spas und künstliche Strände dienen nur einem Ziel: Entspannen und vergessen, dass in wenigen Metern Entfernung Containerschiffe vorbeiziehen und die extra angepflanzten Palmen die Industrieschlote nur unzureichend kaschieren. Zu den Highlights auf Sentosa zählen u.a. der tropische Mini-Regenwald „Butterfly Park“, der Sky Tower (Asiens höchster Aussichtsturm), die Dolphin Lagoon mit täglichen Vorführungen und die Underwater World, ein spektakuläres Aquarium mit Acryltunnel unter dem Hauptbecken. Übrigens: Schon die Anreise nach Sentosa Island ist spektakulär. Von der VivoCity Mall aus führt eine Fußgängerbrücke, eine Busverbindung über einen Damm und eine Einspurbahn zur Insel. Ungleich beeindruckender ist allerdings die Anreise per Seilbahn: Vom Mt. Faber oder den Cable Car Towers aus führt die Seilbahnstrecke in 60 Metern Höhe über das Meer nach Sentosa, umwerfende Aussicht inklusive. Ganz Mutige entscheiden sich für eine Seilbahn-Kabine mit Glasboden…

Aber Sentosa Island hat Konkurrenz bekommen: In der neu entstandenen

Marina City

wachsen spektakuläre Bauten und Freizeiteinrichtungen in die Höhe. Das Land, auf dem seit einigen Jahren gebaut wird, wurde per Landgewinnung dem Meer abgetrotzt. Schon wird das neue Viertel als neues Downtown gehandelt – auch weil es nur einen Katzensprung weit vom CBD entfernt liegt. Der große Renner hier sind übrigens die sogenannten Ducktours: Mit umgebauten Amphibienfahrzeugen aus amerikanischen Armeebeständen erkundet man erst ein wenig die Straßen und Sehenswürdigkeiten (Esplanade!) der Marina Bay und sticht dann in See, um den Blick auf die Skyline vom Wasser aus zu genießen.

Zu guter Letzt noch ein weiterer Tipp: Wenn Sie ein wenig Zeit mitbringen, fahren Sie auch einmal an die Ostküste (

East Coast

) von Singapur. Hier liegen gleich drei sehr interessante Stadtviertel, die den zentral gelegenen Districts in nichts nachstehen: Geylang, Joo Chiat und Changi.

Geylang

war einst eines der berüchtigtsten Rotlichtviertel der Stadt und auch heute reihen sich in manchen Straßen Bordelle, billige Hotels und Abschlepp-Bars aneinander. Aber es wäre falsch, das Viertel nur darauf zu reduzieren: Die hübschen kleinen Straßen mit ihren malerischen Shophouses, kleinen Gärten und Weihrauch-Schwaden sind lebendig und bunt, zahlreiche prachtvolle Schreine, Tempel und Moscheen laden zur Besichtigung ein. Typisch für

Joo Chiat/Katong

sind die Straßenzüge mit Shophouses im Peranakan-Stil, die unzähligen Restaurants, Bars und Clubs, die Tempel und Moscheen. Diese ganz eigene Melange kann vielleicht am besten vermitteln, wie es war, das alte, koloniale, sagenumwobene Singapur.

Changi

ist die östlichste Region der Stadt. Ihren Besonderheiten haben wir einen eigenen Abschnitt unter dem Punkt Sehenswürdigkeiten gewidmet.

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