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Lonely Planet Reiseführer Singapur – Rezension

Wenige Reiseführer werden Singapur völlig gerecht. Sie beschränken sich darauf, über die sogenannten Highlights zu informieren – Chinatown, Little India, Kolonialstil sowie Raffles Hotel. Der Lonely Planet Reiseführer Singapur hebt sich wohltuend von der Masse seiner Konkurrenten ab. Oakley und Brown charakterisieren die Insel aus recht persönlicher Sicht, und es macht Spaß, ihnen dabei zu folgen. Selbstverständlich führt kein Weg am Raffles Hotel und an der Orchard Road vorbei, aber ob man sie als größte Errungenschaften der Insel begreift, liegt im Auge des Betrachters. Genau diese subjektive Sichtweise befürworten die Autoren, indem sie O-Töne einiger Einwohner einbinden.

Der Aufbau des Handbuchs lässt bereits erkennen, welche Schwerpunkte die Autoren, von denen einer vor Ort lebt, setzen. Nachdem sie die nötigen Maßnahmen zur Reisevorbereitung erläutert haben, lassen sie Hintergrundwissen folgen, dem sie einen Abschnitt über die Stadtviertel anschließen. In jedem Kapitel sind Insidertipps zu finden, welche nicht zuletzt Individualreisende interessieren dürften, deren Finanzen etwas schmaler ausfallen. Ohne zu bevormunden, stellen die Autoren beispielsweise Preise gegenüber und überlassen dem Leser somit die Entscheidung, ob er zur Hauptverkehrszeit ein teures Taxi oder den preiswerten öffentlichen Nahverkehr nutzt. Oakley und Brown urteilen nicht, sondern sie informieren. Dies gilt auch für die Schilderungen kultureller und sportlicher Ereignisse, Naturerlebnisse, Museen sowie religiöser Einrichtungen.

Lonely Planet Reiseführer Singapur

Lonely Planet Reiseführer Singapur

Spezielles Augenmerk richten die Autoren auf die große Leidenschaft der Metropole: das Essen. Schon allein kulinarisch ist das ethnisch bunte Singapur abwechslungsreich genug, um als Reiseziel attraktiv zu wirken. Darum darf das Register, in dem eine ganze Seite ausschließlich Speisen und Getränken gewidmet ist, als besonderer Service verstanden werden.

Gleichwohl ist zu sagen – und das ist der einzige Mangel dieses Buchs – dass die Angaben über Kosten für Verpflegung, Unterkunft, Eintrittsgelder und Fortbewegung mit Vorsicht zu genießen sind. Der Titel liegt in der unveränderten ersten Auflage vor, die bereits im Jahr 2009 erschien. Darüber hinaus ist es ratsam, sich im Internet über veränderte Infrastruktur zu informieren, zum Beispiel über in den letzten zwei Jahren neu gebaute MRT-Anbindungen. Die betreffenden Adressen werden im Buch aufgeführt.

Wenngleich also eine Aktualisierung angebracht wäre, ist derzeit kein besser recherchiertes Handbuch erhältlich. Seinen Umfang, der mit 232 Seiten beinahe das Doppelte anderer Reiseführer erreicht, rechtfertigt der Titel inhaltlich vollkommen. Wer nicht nur eine Zwischenlandung plant, sondern sich auf Singapur einlassen möchte, trifft mit diesem Reiseführer eine gute Wahl.

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