Tempel in Singapur

Wer ein paar Tage in Singapur verbringt, kommt um den Besuch oder zumindest Anblick eines Tempels praktisch nicht herum. Immerhin hängt fast die Hälfte der Singapurer dem buddhistischen Glauben an und auch einige tausend Hinduisten leben in der „Löwenstadt“.

Am schönsten und interessantesten ist ein Tempelbesuch sicherlich, wenn wieder eines der zahlreichen Tempelfeste stattfindet. Die Feste richten sich oftmals nach dem chinesischen Mondkalender und sind übers ganze Jahr verstreut. Das chinesische Neujahr beispielsweise wird am Vorabend in einigen Tempeln gefeiert, beispielsweise im Thian Hock Keng Temple (Tempel himmlischer Glückseligkeit/Chinatown mit prunkvoller goldener Ausstattung aus China, Schottland und Holland), im Wak Hai Cheng Bio Temple (auch: Yueh Hai Ching Tempel/Tempel der ruhigen See/Chinatown, kleinerer Tempel aus dem 19. Jahrhundert mit schöner Atmosphäre) oder im Kuan Im Thong Hood Cho Temple (Tempel der Göttin der Barmherzigkeit/Little India mit vielen Blumenverkäufern und einem großen Geldgott um die Ecke).

Tempel

Ganz Pragmatische nutzen die Tatsache, dass Gotteshäuser verschiedener Religionen in Singapur oftmals nah beieinander stehen und beten gleich noch im Nachbartempel mit. Vom Kuan Im Thong Hood Cho Temple, zum Beispiel, pilgern viele Besucher zum nebenan gelegenen Sri Krishnan Temple, um in diesem farbenprächtigen hinduistischen Bauwerk Räucherstäbchen zu verbrennen und zu beten.

Apropos hinduistische Tempel: Mit ihren prachtvollen, fantasievollen Figuren und leuchtenden Farben zählen sie zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Singapurs. Im Colonial District beispielsweise findet man den Chettiar Hindu Temple (Sri Thandayuthapani Temple), den Tempel der Geldwechsler, der u.a. jedes Jahr Schauplatz des Thaipusam Festivals ist. Bekannt ist das Festival dafür, dass die Gläubigen dabei Wangen und Zungen mit Spießen durchbohren oder kavadis tragen, mit Blumen, Früchten und Pfauenfedern geschmückte Metallgestelle, die mit Haken in der Haut befestigt werden.

Der wohl bekannteste Tempel Singapurs ist der Sri Mariamman Temple in Chinatown: Singapurs ältester Hindutempel ist vor allem wegen seines reich und bunt geschmückten Eingangstores bekannt. Ganz Mutige besuchen den Tempel im Oktober/November zum Thimithi-Fest, bei dem Gläubige barfuß über glühende Kohlen marschieren. Übrigens gibt es einen weiteren Sri Mariamman Temple auch im Vorort Johor Bahru. Er ist zwar nicht so bekannt wie sein Namensvetter, aber mit seinen kunstvollen Verzierungen ebenfalls einen Besuch wert.